Lot 701

F. de Goya, Caprichos. 7. Ausgabe. Madrid, um 1903-05.

Estimate
€ 7.500
Starting Price
€ 6.500
Lot: 701
Category:
[Los Caprichos. Folge von 80 Blatt in Radierung, Aquatinta, Kaltnadel und Stichel. Komplett ohne ein Titelblatt. Blattgröße 315 x 255 mm. Druck in Blaugrau bis Schwarzgrau auf gelblichem Bütten. Rotbraunes OrLeinen mit goldgeprägtem Wappen und der Aufschrift "Calcografía Nacional".

((Leinenrücken verstärkt, Kanten beschabt und stellenweise eingerissen, etwas gebrauchsfleckig und abgegriffen, Gelenke angebrochen. Vorsätze, sowie erste und letzte leere Blätter papierbedingt stärker gebräunt und brüchig, mit Randläsuren. Erste Tafel [Porträt] mit Randeinrissen und gebräunt, einige Blatt im Randbereich etwas altersfleckig bzw. gebräunt, vereinzelt bis in den Plattenbereich erkennbar, Tafeln 6-18 teils mit Einrissen im unteren Bund, Tafeln 10-13 mit kleinen Löchlein im linken, unteren Rand, Tafeln 12-15 mit größeren Gebrauchsflecken).)

Goya y Lucientes, Francisco (Fuentetodos 1746 - 1828 Bordeau). [Los Caprichos. Madrid: Calcografía Nacional für die Real Academia, zwischen 1903 u. 1905]. Folge von 80 Blatt in Radierung, Aquatinta, Kaltnadel und Stichel. Komplett ohne ein Titelblatt. Blattgröße 315 x 255 mm. Druck in Blaugrau bis Schwarzgrau auf gelblichem Bütten. Rotbraunes OrLeinen mit goldgeprägtem Wappen und der Aufschrift "Calcografía Nacional".
Harris 36-115/III.7 (v. 12). - Aufgrund der speziellen Merkmale des Papiers und der Druckfarbe lässt sich die vorliegende Ausgabe der 'Caprichos' nach Harris als die 7. Ausgabe identifizieren ("Yellowish laid paper. Blue ink ... This edition is clearly distinguishable from the paper and ink"). Die Ausgabe war auf nur 110 Exemplare limitiert.

(Leinenrücken verstärkt, Kanten beschabt und stellenweise eingerissen, etwas gebrauchsfleckig und abgegriffen, Gelenke angebrochen. Vorsätze, sowie erste und letzte leere Blätter papierbedingt stärker gebräunt und brüchig, mit Randläsuren. Erste Tafel [Porträt] mit Randeinrissen und gebräunt, einige Blatt im Randbereich etwas altersfleckig bzw. gebräunt, vereinzelt bis in den Plattenbereich erkennbar, Tafeln 6-18 teils mit Einrissen im unteren Bund, Tafeln 10-13 mit kleinen Löchlein im linken, unteren Rand, Tafeln 12-15 mit größeren Gebrauchsflecken).

Die bekannteste Folge in Goyas druckgraphischem Werk, entstanden aus einer Reihe von Zeichnungen aus den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Der Künstler vereinigt darin Satiren auf die Verkommenheit des Volkes, die Verlotterung des Hofes und der Aristokratie, die Verblödung von Mönchen und Pfaffen. Tierfabeln gebraucht er als versteckte Anspielungen. Darstellungen von Hexen und Zauberei zeigen die Neigung seiner Zeit zum Okkultismus: ein Zeichen dafür, dass naturnotwendige Instinkte durch den Zwang der herrschenden Kultur unterdrückt werden und sich nun heimlich oder gewalttätig zu entladen versuchen. Goya war sich bewusst, dass er mit dem Inhalt solcher Blätter Kritik heraufbeschwor. Er entzog sich der drohenden Anklage durch die Inquisition und gab 1803 die Druckplatten und die restlichen Exemplare der Serie dem König für die Real Calcografia, wo sie sich noch heute befinden.