Lot 584

G. Galilei, Dialogo ... sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. Florenz 1632.

Estimate
€ 10.000
Starting Price
€ 0
Lot: 584
Category:
Dialogo ... sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. 22 x 16,1 cm. 4 Bll., 458 SS., 1 Bl. Errata, 15 Bll. Index (Ohne gest. Frontispiz u. 1 w. Bl. am Schluss). Pgt. mit Rs.

((Einband mit leichten Gebrausspuren, Vorsätze erneuert. Leichte Randmängel auf dem Titelblatt sorgfältig ausgebessert und einige weitere Blätter mit restaurierten kleinen Randdefekten oder Einrissen. Meist mäßig, stellenweise stärker gebräunt und gebrauchsfleckig. Ohne das gestochene Frontispiz von Stefano della Bella).)

Galilei, Galileo: Dialogo ... sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. Florenz: Gio. Battista Landini, 1632. 22 x 16,1 cm. 4 Bll., 458 SS., 1 Bl. Errata, 15 Bll. Index (ohne gest. Frontispiz u. 1 w. Bl. am Schluss). Pgt. mit Rückenschild.

(Einband mit leichten Gebrauchsspuren, Vorsätze erneuert. Leichte Randmängel auf dem Titelblatt sorgfältig ausgebessert und einige weitere Blätter mit restaurierten kleinen Randdefekten oder Einrissen. Meist mäßig, stellenweise stärker gebräunt und gebrauchsfleckig. Ohne das gestochene Frontispiz von Stefano della Bella).

Carli u. Favaro 128. Cinti 89. PMM 129. Norman 858. - Erste Ausgabe der epochalen Verteidigungsschrift Galileis zugunsten des heliozentrischen Systems des Kopernikus. - Im Jahr 1624 ermutigte ihn der neue Papst Urban VIII., ein alter Förderer Galileis, über das kopernikanische System zu publizieren, und zwar unter der Auflage, es als Hypothese zu behandeln. Ein in einem Brief des Kardinals Bellarmin bereits 1616 ausgesprochenes Verbot der Beschäftigung mit dem System des Kopernikus war ihm derzeit nicht bekannt. Nach sechs Jahren konnte Galilei seine "Dialogi" fertigstellen. Geschickt kleidete er die Diskussion in einen Dialog dreier Protagonisten: Salviati, einen Anwalt der kopernikanischen Theorie, Simplicio, einem einfach gestrickten Anhänger des orthodoxen ptolemäischen Systems, allgemein interpretiert als Darstellung von Urban VIII., und Sagredo, einem unparteiischen Laien, der den Schiedsmann spielt.- Der Zensurauflage, das Werk mit einer Schlussrede zugunsten des ptolemäischen Systems zu beenden, glaubte Galilei nachzukommen, indem er sie in den Mund des Dummkopfs Simplicio legte.
Offensichtlich hatte Galilei den Bogen überspannt. Im Juli 1632 wies der römische Zensor Riccardi den florentinischen Inquisitor an, die Verbreitung des Werkes zu verhindern, im Herbst wurde der Autor nach Rom einbestellt. Im folgenden Inquisitionsprozess leugnete Galilei zunächst, auf die Dialogform seiner Schrift verweisend, das kopernikanische System gelehrt zu haben. Aufgrund des Bellarminschen Briefes von 1616 beschuldigte man ihn darüber hinaus des Ungehorsams. Unter Androhung des Scheiterhaufens schwor er schließlich seinen Fehlern ab, verfluchte und verabscheute sie. Galilei wurde daraufhin zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Die Strafe wurde dann in lebenslangen Hausarrest umgewandelt. Das Buch selbst blieb bis 1823 auf dem römischen Index.