Lot 435
Petrus de Herenthals, Super librum psalmorum. Köln 1480.
Estimate
€ 4.000
Starting Price
€ 2.600
Hammer Price
€ 3.300
Lot:
435
Category:
Old prints up to 1600
Artist:
Petrus de Herenthals
Petrus de Herenthals: Collectarius seu expositio super librum psalmorum. (Köln:) Konrad Winters, 10. Aug. 1480. 27 x 20 cm. 369 (von 370) Bll. (ohne das erste weiße Blatt). Lagen: a⁸⁻¹, b-z⁸, A-Y⁸, Z¹⁰. Gotische Typen in zwei Größen. Zweispaltig zu 40 Zeilen. Mit zahlreichen eingemalten größeren und kleinen Lombarden in Blau oder Rot, die größeren mit im Stamm ausgespartem Ornament. Mod. blindgepr. Ldr. über Holzdeckeln auf vier Bünden mit Rückenschildern, die Deckel bezogen mit Resten eines gotischen Einbandes.
(Berieben und mit kleinen Schabspuren. Oberes Rückengelenk eingerissen. Die ersten 8 Bll. im Satzspiegel mit kleiner Wurmspur. Die äußeren Blätter etwas angeschmutzt, stellenweise außen schwacher Wasserrand. Im Ganzen sauberes Exemplar.)
GW M32268. Hain/Cop. 8364. Voulliéme, Köln, 918. BSB-Ink P-348. - Erste Ausgabe des Psalmenkommentars. Petrus de Herenthals (1322-91), Chorherr im Prämonstratenserstift Floreffe, später dort Kaplan und Prior, widmete das Werk dem Bischof von Utrecht, Johannes von Arkel. Den Kommentar zog er aus den Werken des Augustinus, Hieronymus, Gregorius, Cassiodorus, Remigius, Hugo de St. Viktor, Nicolaus de Lyra und anderen. - Der Kölner Drucker Konrad Winters von Homberg (Conradus de Homborch) war Geselle beim Kölner Erstdrucker Ulrich Zell und besaß wohl schon um 1472 eine eigene Druckerei. - Bemerkenswert am vorliegenden Druck ist die (erstmalige?) Verwendung von Klammern als Interpunktionszeichen, hier dargestellt als eckige Klammern ohne den oberen Querstrich. Die Klammern schließen jeweils die kommentierten Textstellen der Psalmen ein. In den Handschriften des ‚Collectarius‘ wurden diese Textstellen rot unterstrichen markiert. In der zweiten Ausgabe, 1483 bei Johannes Guldenschaff in Köln erschienen, und den nachfolgenden Ausgaben wurden dann die heute gebräuchlichen runden Klammern eingesetzt.
(Berieben und mit kleinen Schabspuren. Oberes Rückengelenk eingerissen. Die ersten 8 Bll. im Satzspiegel mit kleiner Wurmspur. Die äußeren Blätter etwas angeschmutzt, stellenweise außen schwacher Wasserrand. Im Ganzen sauberes Exemplar.)
GW M32268. Hain/Cop. 8364. Voulliéme, Köln, 918. BSB-Ink P-348. - Erste Ausgabe des Psalmenkommentars. Petrus de Herenthals (1322-91), Chorherr im Prämonstratenserstift Floreffe, später dort Kaplan und Prior, widmete das Werk dem Bischof von Utrecht, Johannes von Arkel. Den Kommentar zog er aus den Werken des Augustinus, Hieronymus, Gregorius, Cassiodorus, Remigius, Hugo de St. Viktor, Nicolaus de Lyra und anderen. - Der Kölner Drucker Konrad Winters von Homberg (Conradus de Homborch) war Geselle beim Kölner Erstdrucker Ulrich Zell und besaß wohl schon um 1472 eine eigene Druckerei. - Bemerkenswert am vorliegenden Druck ist die (erstmalige?) Verwendung von Klammern als Interpunktionszeichen, hier dargestellt als eckige Klammern ohne den oberen Querstrich. Die Klammern schließen jeweils die kommentierten Textstellen der Psalmen ein. In den Handschriften des ‚Collectarius‘ wurden diese Textstellen rot unterstrichen markiert. In der zweiten Ausgabe, 1483 bei Johannes Guldenschaff in Köln erschienen, und den nachfolgenden Ausgaben wurden dann die heute gebräuchlichen runden Klammern eingesetzt.