Lot 63

(M. J. C. Kaukol), Christlicher Seelen-Schatz außerlesener Gebetter. (Bonn 1729).

Estimate
€ 500
Starting Price
€ 360
Hammer Price
€ 360
Lot: 63
Category: History, cultural history and miscellaneous
Artist: Maria Joseph Clemens) (Kaukol
(Kaukol, Maria Joseph Clemens): Christlicher Seelen-Schatz außerlesener Gebetter. (Bonn 1729). 18,5 x 12 cm. Vollständig in Kupfer gestochen. Mit Wappenkupfer, illustr. Titel, 9 illustr. Zwischentiteln, zahlreichen Kopf- und Schlussvignetten sowie ornamentierten oder illustrierten Initialen. 128 Bll. Rotes Maroquin auf 5 Bünden mit reicher floraler Rv., Deckelvergoldung in Rahmendekor aus Fileten und Floralornamentik sowie Stehkantenvergoldung. Das Büttenpapier mit längslaufenden Stegen und leicht gelblichem Farbton. Die Vorsätze aus grüner Seide. Auf dem vorderen Spiegel das Wappenexlibris Victor Klemperers.

(Gelenke, Bünde und Kanten berieben. Deckel mit kleinen Kratz- und Schabspuren. Ecken gering bestoßen. Buchblock etwas gelockert. Minimal gebräunt, stellenweise schwach altersfleckig.)

Faber du Faur 1854. Lanckoronska/Oehler I, 79 f. und Abb. 76. Merlo 479. Rümann 504. - Maria Joseph Clemens Kaukol, der Schöpfer des Gebetbuches, war Hofkammerrat und Kabinettssekretär des Kölner Kurfürsten Clemens August, dem dieses Werk gewidmet ist, und zugleich ein ausgezeichneter und zudem im Kupferstich erfahrener Kalligraph. Der christliche Seelenschatz gilt „als eine der schönsten Leistungen im kalligraphischen Fache, doch nicht nur durch seine Schreibkunst, auch durch den reichen illustrativen Schmuck verdient das Buch höchste Bewunderung. Besonders reizend sind einzelne Initialen, die mit rührender Sorgfalt in kleine Landschaftsdarstellungen eingefügt wurden; auch der figürliche Teil ist höchst abwechslungsreich“ (Lanck./Oehler). - Eine der illustrierten Initialen zeigt eine reale Ansicht der Residenz von Kurfürst Clemens August. Auf dem Initialbild des Gebetes ‚Für den Frieden‘ ist das Residenzschloss Augustusburg in Brühl dargestellt. Mit dem Bau war 1725 begonnen worden; hier ist noch der alte Westturm zu sehen. Auf demselben Bild sieht man links davor den im Juli 1729 begonnenen Rohbau des Jagdschlosses Falkenlust. Links vom Schloss erkennt man Kirche und Kloster der Franziskaner und am linken Bildrand das 1730 abgebrochene kurfürstliche Sommerhaus im Park. - Aus der Bibliothek des mit Konrad Haebler befreundeten Romanisten Victor Klemperer (1881-1960). - Eines der schönsten kalligraphischen Werke des 18. Jahrhunderts hier im vollendeten 2. Druckzustand vorliegend.