Lot 170
Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen. Schriftstück mit eigenh. Zusatz und U. Dresden, 2.I.1651.
Estimate
€ 600
Starting Price
€ 400
Lot:
170
Category:
Manuscripts and autographs
JOHANN GEORG I., KURFÜRST VON SACHSEN (1585 Dresden - 1656 ebd.)
Schriftstück mit eigenhändigem Zusatz und Unterschrift („Johanes George Churfürst“). Dresden, 2. Januar 1651. 1 Doppelblatt (2 beschriebene Seiten). Mit papiergedecktem Siegel. 31,8 x 19,2 cm.
(Gebräunt. Das Gegenblatt mit Ausschnitt durch Brieföffnung. Kleine Einrisse im Unterrand.)
An seine Tochter Elisabeth Sophie von Sachsen mit dem eigenhändigen Zusatz: „E[uer] L[iebende]n treuer vetter, und vatter“. Johann Georg bedankt sich für ein Glückwunschschreiben und drückt seine Dankbarkeit für den Frieden aus: „Wie Wir nun in erinnerung des allgewaltigen Schuzes welchen Uns der Allerhöchste bey den bißherigen gefährlichen leuffen Väterlichen erwiesen und dann in erwegung des beghertem langgewünschten edlen Friedens, der durch der Göttlichen Allmacht gnädige verleihung nunmehr wieder herfür blicken will, wol ursach haben, solche große gütigkeit des getreuen Gottes mit inniglichen danck zu erkennen, die Zeit unseres Lebens zu rühmen [...]“.
Johann Georg I. folgte 1611 seinem kinderlosen Bruder Christian II. in der Regierung des Kurfürstentums Sachsen nach. Im Dreißigjährigen Krieg stand der Landesherr des mächtigsten protestantischen Territoriums erst auf der Seite Ferdinands II., für den er die böhmische Krone ablehnte, schloss sich aber 1631 Gustav II. Adolf an. Nach dem Tod des Schwedenkönigs in der Schlacht bei Lützen und der Niederlage in der Schlacht von Nördlingen fiel Johann Georg von der protestantischen Sache ab, verließ das Bündnis mit den Schweden und schloss 1635 zu Prag Frieden mit dem Kaiser. Im Prager Frieden wurde Sachsen mit der Ober- und Unterlausitz als erblichem Besitz belehnt. Seinen Bruch mit den Schweden büßte der Kurfürst, indem er schwere Verwüstungen durch das schwedische Heer unter Banér hinnehmen musste, nachdem die Kämpfe bei Dömitz und Kyritz verlorengegangen waren. Erst 1645 konnte mit den Schweden der Waffenstillstand von Kötzschenbroda ausgehandelt werden. Das Westfälische Friedenswerk bestätigte wenige Jahre später Johann Georgs Erwerbungen des Prager Friedens.
Schriftstück mit eigenhändigem Zusatz und Unterschrift („Johanes George Churfürst“). Dresden, 2. Januar 1651. 1 Doppelblatt (2 beschriebene Seiten). Mit papiergedecktem Siegel. 31,8 x 19,2 cm.
(Gebräunt. Das Gegenblatt mit Ausschnitt durch Brieföffnung. Kleine Einrisse im Unterrand.)
An seine Tochter Elisabeth Sophie von Sachsen mit dem eigenhändigen Zusatz: „E[uer] L[iebende]n treuer vetter, und vatter“. Johann Georg bedankt sich für ein Glückwunschschreiben und drückt seine Dankbarkeit für den Frieden aus: „Wie Wir nun in erinnerung des allgewaltigen Schuzes welchen Uns der Allerhöchste bey den bißherigen gefährlichen leuffen Väterlichen erwiesen und dann in erwegung des beghertem langgewünschten edlen Friedens, der durch der Göttlichen Allmacht gnädige verleihung nunmehr wieder herfür blicken will, wol ursach haben, solche große gütigkeit des getreuen Gottes mit inniglichen danck zu erkennen, die Zeit unseres Lebens zu rühmen [...]“.
Johann Georg I. folgte 1611 seinem kinderlosen Bruder Christian II. in der Regierung des Kurfürstentums Sachsen nach. Im Dreißigjährigen Krieg stand der Landesherr des mächtigsten protestantischen Territoriums erst auf der Seite Ferdinands II., für den er die böhmische Krone ablehnte, schloss sich aber 1631 Gustav II. Adolf an. Nach dem Tod des Schwedenkönigs in der Schlacht bei Lützen und der Niederlage in der Schlacht von Nördlingen fiel Johann Georg von der protestantischen Sache ab, verließ das Bündnis mit den Schweden und schloss 1635 zu Prag Frieden mit dem Kaiser. Im Prager Frieden wurde Sachsen mit der Ober- und Unterlausitz als erblichem Besitz belehnt. Seinen Bruch mit den Schweden büßte der Kurfürst, indem er schwere Verwüstungen durch das schwedische Heer unter Banér hinnehmen musste, nachdem die Kämpfe bei Dömitz und Kyritz verlorengegangen waren. Erst 1645 konnte mit den Schweden der Waffenstillstand von Kötzschenbroda ausgehandelt werden. Das Westfälische Friedenswerk bestätigte wenige Jahre später Johann Georgs Erwerbungen des Prager Friedens.