Lot 66
I. Kant, Critik der reinen Vernunft. Riga 1781. - Erste Ausgabe.
Estimate
€ 20.000
Starting Price
€ 15.000
Hammer Price
€ 15.000
Lot:
66
Category:
History, cultural history and miscellaneous
Artist:
Immanuel Kant
Kant, Immanuel: Critik der reinen Vernunft. Riga: Johann Friedrich Hartknoch 1781. 20,2 x 11,9 cm. 12 Bll. (1 Bl. Titel, 2 Bll. Widmung, 8 Bll. Vorrede, 1 Bl. Inhalt), 856 SS. (S. 426-461 nicht paginiert). HLdr. des 19. Jahrhunderts auf 5 Bünden mit farbigem Rs. Der Rücken mit 5 goldgepr. Fleurons und den Bünden folgenden Goldfileten.
(Berieben und gering bestoßen. Ecken aufgeplatzt. Schabspuren auf beiden Deckeln. Vorderes Rückengelenk angerissen. Rückenbezug am Schwanz eingerissen, Kopf mit kleiner Bezugsfehlstelle. Rückenvergoldung berieben. Vor- und Nachsatz, Titel, Widmung und letzte 3 Bll. in den Ecken schwach leimschattig. Titel zudem minimal alters- bzw. braunfleckig. Einige Blätter unaufgeschnitten, wenige in der unteren rechten Ecke leicht gestaucht. Insgesamt sehr gutes und sauberes Exemplar mit minimalen Altersspuren und ohne Marginalien oder An- und Unterstreichungen.)
Warda 59. Carter/Muir 226. Goed. V, 3, 6. VD18 14482940. - Erste Ausgabe eines der Hauptwerke der philosophischen Weltliteratur. Ausgangspunkt ist das Drama der metaphysischen Erkenntnis, das Kant in den Grenzen der menschlichen Vernunft begründet sieht, die nicht imstande sei, hinter die sichtbare Wirklichkeit zurückzugehen. In seinem Hauptwerk vollzieht Kant schließlich eine Wende in der Erkenntnistheorie: Nicht mehr die Gegenstände der Welt, sondern der Verstand selbst ist das Maß der Erkenntnis. Ziel des Werks sei eine Kritik „des Vernunftvermögens überhaupt, in Ansehung aller Erkenntnisse, zu denen sie, unabhängig von aller Erfahrung, streben mag“ (Vorwort). - Nur diese Ausgabe enthält den ursprünglichen Text. Nach einer sehr verhaltenen Rezeption des Werkes folgte im Jahr 1787 eine in Teilen stark umgearbeitete zweite Auflage, die für die späteren Ausgaben als Grundlage diente. Schopenhauer urteilte über die umgearbeitete Fassung: „Aber Keiner bilde sich ein, die ‚Kritik der reinen Vernunft‘ zu kennen und einen deutlichen Begriff von Kants Lehre zu haben, wenn er jene nur in der zweiten, oder einer der folgenden Auflagen gelesen hat; das ist schlechterdings unmöglich: denn er hat nur einen verstümmelten, verdorbenen, gewissermaaßen unächten Text gelesen. Es ist meine Pflicht, Dies hier entschieden und zu Jedermanns Warnung auszusprechen“. - Aus der Bibliothek des deutschen Diplomaten und Botschafters in Moskau, Rudolf Nadolny (1873-1953), dessen Stempel auf der Rückseite des fliegenden Vorsatzes zu finden ist. Im Jahr 1934, in der Frühphase der nationalsozialistischen Herrschaft, war Nadolny neben Friedrich von Prittwitz und Gaffron der einzige deutsche Spitzendiplomat, der aus politischer Opposition heraus sein Amt niederlegte.
(Berieben und gering bestoßen. Ecken aufgeplatzt. Schabspuren auf beiden Deckeln. Vorderes Rückengelenk angerissen. Rückenbezug am Schwanz eingerissen, Kopf mit kleiner Bezugsfehlstelle. Rückenvergoldung berieben. Vor- und Nachsatz, Titel, Widmung und letzte 3 Bll. in den Ecken schwach leimschattig. Titel zudem minimal alters- bzw. braunfleckig. Einige Blätter unaufgeschnitten, wenige in der unteren rechten Ecke leicht gestaucht. Insgesamt sehr gutes und sauberes Exemplar mit minimalen Altersspuren und ohne Marginalien oder An- und Unterstreichungen.)
Warda 59. Carter/Muir 226. Goed. V, 3, 6. VD18 14482940. - Erste Ausgabe eines der Hauptwerke der philosophischen Weltliteratur. Ausgangspunkt ist das Drama der metaphysischen Erkenntnis, das Kant in den Grenzen der menschlichen Vernunft begründet sieht, die nicht imstande sei, hinter die sichtbare Wirklichkeit zurückzugehen. In seinem Hauptwerk vollzieht Kant schließlich eine Wende in der Erkenntnistheorie: Nicht mehr die Gegenstände der Welt, sondern der Verstand selbst ist das Maß der Erkenntnis. Ziel des Werks sei eine Kritik „des Vernunftvermögens überhaupt, in Ansehung aller Erkenntnisse, zu denen sie, unabhängig von aller Erfahrung, streben mag“ (Vorwort). - Nur diese Ausgabe enthält den ursprünglichen Text. Nach einer sehr verhaltenen Rezeption des Werkes folgte im Jahr 1787 eine in Teilen stark umgearbeitete zweite Auflage, die für die späteren Ausgaben als Grundlage diente. Schopenhauer urteilte über die umgearbeitete Fassung: „Aber Keiner bilde sich ein, die ‚Kritik der reinen Vernunft‘ zu kennen und einen deutlichen Begriff von Kants Lehre zu haben, wenn er jene nur in der zweiten, oder einer der folgenden Auflagen gelesen hat; das ist schlechterdings unmöglich: denn er hat nur einen verstümmelten, verdorbenen, gewissermaaßen unächten Text gelesen. Es ist meine Pflicht, Dies hier entschieden und zu Jedermanns Warnung auszusprechen“. - Aus der Bibliothek des deutschen Diplomaten und Botschafters in Moskau, Rudolf Nadolny (1873-1953), dessen Stempel auf der Rückseite des fliegenden Vorsatzes zu finden ist. Im Jahr 1934, in der Frühphase der nationalsozialistischen Herrschaft, war Nadolny neben Friedrich von Prittwitz und Gaffron der einzige deutsche Spitzendiplomat, der aus politischer Opposition heraus sein Amt niederlegte.