Lot 53
J. L. Gottfried, Historische Chronick (und) Fortgesetzte Historische Chronick. 3 Bde. Frankfurt 1743-59.
Estimate
€ 2.500
Starting Price
€ 1.700
Hammer Price
€ 1.700
Lot:
53
Category:
History, cultural history and miscellaneous
(Gottfried, Johann Ludwig): Historische Chronick (und) Fortgesetzte Historische Chronick. 3 Bde. Frankfurt am Main: Hutter 1743-59. Mit insgesamt 3 gest. Kupfertiteln, 31 gest. Porträtmedaillontafeln (beidseitig in Bd. I), 329 gest. Textkupfern in Bd. I und 106 meist gefalteten oder doppelblattgr. Kupfertafeln. 6 Bll., 1184 SS., 71 Bll.; 5 Bll., 1272 SS. (265-296 und 1161-1168 in Spalten gezählt), 68 Bll.; 4 Bll., 736 SS., XCVI SS., S. 737-1328, 57 Bll. Braunes marmoriertes Leder auf 6 Bünden mit Rs. und dezenter geometrischer Blindprägung an den Kapitalen.
(Berieben, bestoßen und beschabt. Rückengelenke von Bd. I auf gesamter Länge, von Bd. II und III im Bereich der Kapitale alt restauriert. Rückengelenke teils gebrochen. Rückenbezug von Bd. stellenweise aufgeplatzt und mit kleineren Fehlstellen. Die Rücken der Bde. II und III rissig. Kupfertitel von Bd. I mit kleinem Einriss im weißen Unterrand. Kupfertitel von Bd. II im Außenrand feucht- und fingerfleckig. Vortitel von Bd. III im oberen Bundsteg aus der Bindung gelöst und mit Einriss. Kupfertitel von Bd. III am oberen Außenrand etwas beschnitten und im unteren Bundsteg mit Leimspur. Blatt a3 sowie 4 Bll. in Bd. I mit größerem Einriss, sonst vereinzelt kleinere Papierläsuren. Bd. II auf den ersten ca. 200 Seiten schwach wasserrandig, sonst insgesamt gut erhalten. Die Ansicht zu Plurs mit 2 geklebten Einrissen. Die Falttafel zum Trauerbaldachin in der Augustinerkirche in Bd. III mit geklebtem Einriss. Stellenweise finger- und altersfleckig.)
Wüthrich III, 80. Graesse III, 122. - Achte, letzte und aufgrund der verbesserten Register und Texte brauchbarste Ausgabe der Gottfriedschen Chronik, die erstmals von 1630 bis 1634 in 8 Teilen erschien. Nach der Auflösung des Merian-Verlags hatte Philipp Heinrich Hutter einen Teil der Kupferplatten erworben und gab 1743 die letzte Ausgabe heraus. Die zweibändige Fortsetzung „nannte Hutter ‚Johann Ludwig Gottfrieds fortgesetzte (etc.)‘ und legte ihr die 21 Bände des den Zeitraum von hundert Jahren (1618-1718) umfassenden Theatrum Europaeum zugrunde. Wer die Kompilation verfaßte, gibt Hutter nicht bekannt, ebensowenig wie den vermutlich gleichen Verfasser der Fortsetzung von 1719-1750 [...] Hutter bezeichnete das Werk deutlich als ‚Zusammenfassung‘ des mit seinen 21 Folianten nur schwer zu handhabenden Theatrums. Indem er ihm den Namen von Gottfried voransetzte, nahm er ihm das Odium einer anonymen Kompilation“ (Wüthrich, S. 146). - Das umfangreiche Werk des kurpfälzischen Theologen Johann Ludwig Gottfried (1584-1633) beschreibt in der Tradition zeitgenössischer Historiographie, aber in volkstümlich-populärem Stile die Erschaffung der Welt, schildert die Frühgeschichte nach den alttestamentarischen Büchern der Bibel und reicht bis ins Jahr 1617/18. Die Fortsetzungen führen die Ereignisse bis ins Jahr 1750 weiter und enthalten die schönen, oft großformatigen Merian-Kupfer aus dem Theatrum Europaeum, darunter Ansichten, Belagerungen, historische Szenen, Land- und Seeschlachten. Dieses umfassende Werk Gottfrieds bzw. in diesem Falle eines späteren Kompilierers gibt im zweiten Band nicht nur einen außergewöhnlich detaillierten Einblick in die Geschehnisse des Dreißigjährigen Krieges, sondern ist insgesamt ein bedeutendes Zeugnis der europäischen Geschichtsschreibung des 17. und 18. Jahrhunderts. - Jeder Band mit Exlibris „ich will / Staudt“ auf dem vorderen Vorsatz.
(Berieben, bestoßen und beschabt. Rückengelenke von Bd. I auf gesamter Länge, von Bd. II und III im Bereich der Kapitale alt restauriert. Rückengelenke teils gebrochen. Rückenbezug von Bd. stellenweise aufgeplatzt und mit kleineren Fehlstellen. Die Rücken der Bde. II und III rissig. Kupfertitel von Bd. I mit kleinem Einriss im weißen Unterrand. Kupfertitel von Bd. II im Außenrand feucht- und fingerfleckig. Vortitel von Bd. III im oberen Bundsteg aus der Bindung gelöst und mit Einriss. Kupfertitel von Bd. III am oberen Außenrand etwas beschnitten und im unteren Bundsteg mit Leimspur. Blatt a3 sowie 4 Bll. in Bd. I mit größerem Einriss, sonst vereinzelt kleinere Papierläsuren. Bd. II auf den ersten ca. 200 Seiten schwach wasserrandig, sonst insgesamt gut erhalten. Die Ansicht zu Plurs mit 2 geklebten Einrissen. Die Falttafel zum Trauerbaldachin in der Augustinerkirche in Bd. III mit geklebtem Einriss. Stellenweise finger- und altersfleckig.)
Wüthrich III, 80. Graesse III, 122. - Achte, letzte und aufgrund der verbesserten Register und Texte brauchbarste Ausgabe der Gottfriedschen Chronik, die erstmals von 1630 bis 1634 in 8 Teilen erschien. Nach der Auflösung des Merian-Verlags hatte Philipp Heinrich Hutter einen Teil der Kupferplatten erworben und gab 1743 die letzte Ausgabe heraus. Die zweibändige Fortsetzung „nannte Hutter ‚Johann Ludwig Gottfrieds fortgesetzte (etc.)‘ und legte ihr die 21 Bände des den Zeitraum von hundert Jahren (1618-1718) umfassenden Theatrum Europaeum zugrunde. Wer die Kompilation verfaßte, gibt Hutter nicht bekannt, ebensowenig wie den vermutlich gleichen Verfasser der Fortsetzung von 1719-1750 [...] Hutter bezeichnete das Werk deutlich als ‚Zusammenfassung‘ des mit seinen 21 Folianten nur schwer zu handhabenden Theatrums. Indem er ihm den Namen von Gottfried voransetzte, nahm er ihm das Odium einer anonymen Kompilation“ (Wüthrich, S. 146). - Das umfangreiche Werk des kurpfälzischen Theologen Johann Ludwig Gottfried (1584-1633) beschreibt in der Tradition zeitgenössischer Historiographie, aber in volkstümlich-populärem Stile die Erschaffung der Welt, schildert die Frühgeschichte nach den alttestamentarischen Büchern der Bibel und reicht bis ins Jahr 1617/18. Die Fortsetzungen führen die Ereignisse bis ins Jahr 1750 weiter und enthalten die schönen, oft großformatigen Merian-Kupfer aus dem Theatrum Europaeum, darunter Ansichten, Belagerungen, historische Szenen, Land- und Seeschlachten. Dieses umfassende Werk Gottfrieds bzw. in diesem Falle eines späteren Kompilierers gibt im zweiten Band nicht nur einen außergewöhnlich detaillierten Einblick in die Geschehnisse des Dreißigjährigen Krieges, sondern ist insgesamt ein bedeutendes Zeugnis der europäischen Geschichtsschreibung des 17. und 18. Jahrhunderts. - Jeder Band mit Exlibris „ich will / Staudt“ auf dem vorderen Vorsatz.