Lot 229
J. v. Werth. Brief mit eigenh. U. Linz, 19.II.1649.
Estimate
€ 1.000
Starting Price
€ 800
Hammer Price
€ 1.000
Lot:
229
Category:
Manuscripts and autographs
WERTH, JOHANN VON (1591 Büttgen - 1652 Schloss Benatek)
Brief mit eigenhändiger Unterschrift. Linz, 19. Februar 1649. 1 Doppelblatt (3 beschriebene Seiten). 30,4 x 20,7 cm.
(Minimale Randläsuren.)
An einen Fürsten. Verfasst im oberösterreichischen Friedensquartier nach dem Westfälischen Frieden. Über Ruhestandswünsche und das Vorgehen bei den Abrüstungsverhandlungen zwischen Polen, Schweden, Frankreich und Bayern. „[...] Alß viel sonsten die angedäutete Polnische möglich heraus kommendte Verfassung belangt, bin [...] der endlichen meinung gewesen mich künfftig zu retiriren, die wenige mir noch übrige Lebensfrist in ruhe unnd Diensten meines Gottes zuzubringen [...] Zwar haben unterschidlige Bayrische Obristen mit einer stattlichen Reuterey mir zu folgen wo hin Ichs begehren würde, sich bereits vor etligen Wochen [...] erbotten, daß es mir also bey erlangten geldmitteln an guten und genügsamen Völckern nit mangelen würde [...]“.
Johann (Jan) von Werth war einer der berühmtesten Kavalleriegeneräle des Dreißigjährigen Krieges und kämpfte zunächst auf spanischer bzw. kurkölnischer, dann auf bayerischer und schließlich auf kaiserlicher Seite. Nach der Schlacht von Nördlingen wurde er vom Kaiser zum Feldmarschallleutnant und Freiherrn erhoben. Im Jahr 1635 zog von Werth bis in das Elsass, eroberte Speyer, belagerte Lüttich und drang in Frankreich ein. 1637 zog er gegen Bernhard von Sachsen-Weimar an den Oberrhein, schlug dessen Heer, fiel 1638 aber einem Überfall Bernhards auf die Kaiserlichen zum Opfer, wurde verwundet und gefangen genommen. Auf Verlangen Richelieus im Triumphzug nach Paris gebracht, wurde er dort in ehrenvoller Haft mit Jagdausflügen und Audienzen bei König Ludwig XIII. gehalten, bis er 1642 gegen den schwedischen General Gustaf Horn ausgetauscht wurde. Von Werth war beinahe über den gesamten Zeitraum des Dreißigjährigen Krieges an Kriegshandlungen beteiligt und verbrachte den Großteil seines Lebens auf dem Schlachtfeld. Aus seinem Brief sprechen Kriegsmüdigkeit und die Sehnsucht nach einem ruhigen Leben abseits des vor allem auf Reichsboden alles beherrschenden konfessionellen, territorialen und dynastischen Konfliktes.
Brief mit eigenhändiger Unterschrift. Linz, 19. Februar 1649. 1 Doppelblatt (3 beschriebene Seiten). 30,4 x 20,7 cm.
(Minimale Randläsuren.)
An einen Fürsten. Verfasst im oberösterreichischen Friedensquartier nach dem Westfälischen Frieden. Über Ruhestandswünsche und das Vorgehen bei den Abrüstungsverhandlungen zwischen Polen, Schweden, Frankreich und Bayern. „[...] Alß viel sonsten die angedäutete Polnische möglich heraus kommendte Verfassung belangt, bin [...] der endlichen meinung gewesen mich künfftig zu retiriren, die wenige mir noch übrige Lebensfrist in ruhe unnd Diensten meines Gottes zuzubringen [...] Zwar haben unterschidlige Bayrische Obristen mit einer stattlichen Reuterey mir zu folgen wo hin Ichs begehren würde, sich bereits vor etligen Wochen [...] erbotten, daß es mir also bey erlangten geldmitteln an guten und genügsamen Völckern nit mangelen würde [...]“.
Johann (Jan) von Werth war einer der berühmtesten Kavalleriegeneräle des Dreißigjährigen Krieges und kämpfte zunächst auf spanischer bzw. kurkölnischer, dann auf bayerischer und schließlich auf kaiserlicher Seite. Nach der Schlacht von Nördlingen wurde er vom Kaiser zum Feldmarschallleutnant und Freiherrn erhoben. Im Jahr 1635 zog von Werth bis in das Elsass, eroberte Speyer, belagerte Lüttich und drang in Frankreich ein. 1637 zog er gegen Bernhard von Sachsen-Weimar an den Oberrhein, schlug dessen Heer, fiel 1638 aber einem Überfall Bernhards auf die Kaiserlichen zum Opfer, wurde verwundet und gefangen genommen. Auf Verlangen Richelieus im Triumphzug nach Paris gebracht, wurde er dort in ehrenvoller Haft mit Jagdausflügen und Audienzen bei König Ludwig XIII. gehalten, bis er 1642 gegen den schwedischen General Gustaf Horn ausgetauscht wurde. Von Werth war beinahe über den gesamten Zeitraum des Dreißigjährigen Krieges an Kriegshandlungen beteiligt und verbrachte den Großteil seines Lebens auf dem Schlachtfeld. Aus seinem Brief sprechen Kriegsmüdigkeit und die Sehnsucht nach einem ruhigen Leben abseits des vor allem auf Reichsboden alles beherrschenden konfessionellen, territorialen und dynastischen Konfliktes.