Lot 447
J.A. v. Törring-Cronsfeld, Agnes Bernauerin. Mannheim 1791.
Estimate
€ 200
Starting Price
€ 140
Lot:
447
Category:
Literature from the 17th to 19th century
Agnes Bernauerin. Ein vaterländisches Trauerspiel. (Neue Aufl.) 19 x 11,5 cm. Mit gest. Titelvign. 86 SS. Pp. mit Rs. und marmoriertem Deckelbezug.
((Berieben und bestoßen. Feucht- und altersfleckig.))
[Törring-Gronsfeld, Joseph August]: Agnes Bernauerin. Ein vaterländisches Trauerspiel. (Neuaufl.) Mannheim: Schwan und Götz 1791. 19 x 11,5 cm. Mit gest. Titelvign. 86 SS. Pp. mit Rs. und marmoriertem Deckelbezug.
(Berieben und bestoßen. Feucht- und altersfleckig.)
Goed. V, 263, 5, 1. - Graf von Törring-Cronsfeld (1753-1826) aus dem Adelsgeschlecht Jettenbach war im bayrischen Staatsdienst tätig, zuletzt war er Präsident des Staatsrates in München. Besonders bekannt wurde er jedoch u. a. als Verfasser von ritterlichen Dramen, verarbeitet aber in vorliegendem Stück (erstmals München 1780) seine eigenen unglücklichen Erfahrungen der Liebe: "Bemerkenswerth ist die litterarische Nachwirkung der „Agnes“, die nach drei Richtungen deutlich verfolgt werden kann: im Stoff, in einzelnen Scenen und Motiven und in der vaterländischen Tendenz. Der überaus poetische Stoff, der auch in einem Volkslied (Simrock Nr. 322 u. a.) besungen wird, wurde erst nach T. von zahlreichen Dichtern dramatisch behandelt, unter denen auch Hebbel und Otto Ludwig ihrem Vorgänger in den Hauptzügen folgen. Wiederholt wurde die „Agnes" fortgesetzt, für verschiedene Bühnen neu bearbeitet und in Musik gesetzt, sie wurde in eine Novelle umgemodelt und von Giesecke 1798 parodirt. In einer großen Reihe von Ritterstücken, so in denen von Babo, Schikaneder, Soden, Spieß, Weidmann, Ziegler sind Figuren und Scenen des „Kaspar“ und der „Agnes“ (am häufigsten die Turnierscene) bis zu wörtlichen Entlehnungen nachgeahmt worden. Die Begeisterung für Baiern, die aus Törring's Dramen ertönt, hat zahlreiche Nachahmungen hervorgerufen: eine bestimmt abgegrenzte Gruppe von bairisch-vaterländischen Ritterstücken, unter denen Babo's Otto von Wittelsbach besonders hervorragt. Dem heutigen Geschmack gilt die Ausführung in Törring's Dramen für veraltet; ihr ästhetischer Werth ist gering; sie sind darum mit Recht vergessen worden. Doch gebührt dem schlichten und liebenswürdigen Dichter zweifellos in der Gruppe des Ritterdramas jene litterarhistorisch bedeutsame Stellung, die ihm sein verdienstvoller Biograph O. Brahm zugewiesen hat." (ADB 38, 458 ff.). - Mit hs. Vorbesitzereintrag von K. Hallwachs.
((Berieben und bestoßen. Feucht- und altersfleckig.))
[Törring-Gronsfeld, Joseph August]: Agnes Bernauerin. Ein vaterländisches Trauerspiel. (Neuaufl.) Mannheim: Schwan und Götz 1791. 19 x 11,5 cm. Mit gest. Titelvign. 86 SS. Pp. mit Rs. und marmoriertem Deckelbezug.
(Berieben und bestoßen. Feucht- und altersfleckig.)
Goed. V, 263, 5, 1. - Graf von Törring-Cronsfeld (1753-1826) aus dem Adelsgeschlecht Jettenbach war im bayrischen Staatsdienst tätig, zuletzt war er Präsident des Staatsrates in München. Besonders bekannt wurde er jedoch u. a. als Verfasser von ritterlichen Dramen, verarbeitet aber in vorliegendem Stück (erstmals München 1780) seine eigenen unglücklichen Erfahrungen der Liebe: "Bemerkenswerth ist die litterarische Nachwirkung der „Agnes“, die nach drei Richtungen deutlich verfolgt werden kann: im Stoff, in einzelnen Scenen und Motiven und in der vaterländischen Tendenz. Der überaus poetische Stoff, der auch in einem Volkslied (Simrock Nr. 322 u. a.) besungen wird, wurde erst nach T. von zahlreichen Dichtern dramatisch behandelt, unter denen auch Hebbel und Otto Ludwig ihrem Vorgänger in den Hauptzügen folgen. Wiederholt wurde die „Agnes" fortgesetzt, für verschiedene Bühnen neu bearbeitet und in Musik gesetzt, sie wurde in eine Novelle umgemodelt und von Giesecke 1798 parodirt. In einer großen Reihe von Ritterstücken, so in denen von Babo, Schikaneder, Soden, Spieß, Weidmann, Ziegler sind Figuren und Scenen des „Kaspar“ und der „Agnes“ (am häufigsten die Turnierscene) bis zu wörtlichen Entlehnungen nachgeahmt worden. Die Begeisterung für Baiern, die aus Törring's Dramen ertönt, hat zahlreiche Nachahmungen hervorgerufen: eine bestimmt abgegrenzte Gruppe von bairisch-vaterländischen Ritterstücken, unter denen Babo's Otto von Wittelsbach besonders hervorragt. Dem heutigen Geschmack gilt die Ausführung in Törring's Dramen für veraltet; ihr ästhetischer Werth ist gering; sie sind darum mit Recht vergessen worden. Doch gebührt dem schlichten und liebenswürdigen Dichter zweifellos in der Gruppe des Ritterdramas jene litterarhistorisch bedeutsame Stellung, die ihm sein verdienstvoller Biograph O. Brahm zugewiesen hat." (ADB 38, 458 ff.). - Mit hs. Vorbesitzereintrag von K. Hallwachs.