Lot 160

Reinicken Fuchs. Ffm: Zöpfel 1556.

Estimate
€ 1.000
Starting Price
€ 650
Lot: 160
Category: Old prints up to 1600
Reinicken Fuchs. Ander Teyl des Buchs Schimpff und Ernst/welches nicht weniger kurtzweillig denn Centum Nouella/Esopus/Eulenspiegel/Alte weisen/Weise Meyster / und alle andere kürtzweilige Bücher/Aber zulernen weißheit unnd verstand weit nützlicher und besserer. 28,6 x 17,6 cm. Mit 1 Titelholzschnitt und 38 Textholzschnitten. 100 röm. num. Bll. Ldr. auf 3 Bünden mit reicher blingeprägter Deckel- und Rückenverzierung. Remboîtage (?).

((Einband berieben und bestoßen. Rücken am Kapital beschädigt. Spiegel beschabt. Einige Blätter rissig und Randläsuren. Etwas gebräunt und fleckig.))

Reineke Fuchs. -
Reinicken Fuchs. Ander Teyl des Buchs Schimpff und Ernst/welches nicht weniger kurtzweillig denn Centum Nouella/Esopus/Eulenspiegel/Alte weisen/Weise Meyster / und alle andere kürtzweilige Bücher/Aber zulernen weißheit unnd verstand weit nützlicher und besserer. Frankfurt a. M.: D. Zephelius (Zöpfel) 1556. 28,6 x 17,6 cm. Mit 1 Titelholzschnitt und 39 (teils wiederh.) Textholzschnitten. 102 Bll. (ohne Bl. XI u. LXXXIV). Ldr. auf 3 Bünden mit reicher blindgeprägter Deckel- und Rückenverzierung (Remboîtage?).

(Einband berieben, bestoßen, fleckig und mit Bezugsfehlstellen. Rücken am Kapital beschädigt. Spiegel beschabt. Einige Blätter rissig, mit Randläsuren oder kleinen Fehlstellen. Insgesamt gebräunt und etwas fleckig.)

Brunet IV, 1226. Goed. II, 322. Graesse VI/I, 84. Menke 320. - Blätter XI und LXXXIV liegen in Fotokopien bei. - Fehlpaginierung: LXXXIX statt XC. - Eines von noch zehn bekannten Exemplaren der in Frankfurt am Main gedruckten hochdeutschen Textfassung (vgl. Menke 320). Frankfurt gilt mit 21 hochdeutschen, fünf niederdeutschen und sieben lateinischen Reineke Fuchs-Ausgaben als wichtigster Druckort für die Reineke-Tradition. Die hochdeutsche Übertragung stammt vermutlich von Michael Beuther. Die in zwei Gerichtsverfahren erzählte Geschichte handelt von dem Übeltäter Reineke, dem Fuchs, der mittels genialer Lügengeschichten, List und Heimtücke den prekärsten Lagen entflieht und am Ende über seine Gegner triumphiert. Die Geschichte ist zudem eine überspitzt amüsante Parabel auf das Hofleben und beschreibt insbesondere die Laster der Menschen in einem lebendigen Stil. Die seit 1498 in Lübeck gedruckte niederdeutsche Fassung "Reynke de vos" erfreute sich im 16. Jahrhundert größter Beliebtheit und inspirierte Generationen von Schriftstellern und Illustratoren. So veröffentlichte Johann Christoph Gottsched 1752 eine Prosafassung, die Johann Wolfgang von Goethe als Vorlage für seinen in Versform verfassten "Reineke Fuchs" diente.