Kataloge 126/127


In der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein am 22. und 23. März konnte Philipp Otto Runges 'Tageszeitenfolge' - ein Hauptwerk der deutschen Romantik - im überaus seltenen ersten Druckzustand - für 310.000 € verkauft werden (Schätzpreis 40.000 €). Interessenten aus der ganzen Welt waren zur Vorbesichtigung angereist, um die großformatigen Kupferstiche zu besichtigen. Nach einem intensiven Bietgefecht erhielt ein Telefonbieter aus Übersee den Zuschlag.

Zwei frühe Kupferstiche von Dürer erzielten Höchstpreise: 'Die Geburt Christi' von 1504 erreichte 39.000 € (6000 €) und 'Das Wappen mit dem Totenkopf' von 1503 kostete den Erwerber 48.000 € (20.000 €). Eine französische Bibelhandschrift aus dem 12. Jahrhundert steigerte sich auf 27.000 € (6000 €) und ein bedeutender dreiseitiger Brief von Albert Einstein wurde für 70.000 € verkauft (5000 €).

Das berühmte Werk der Experimentalforschung 'Experimenta nova' des Otto von Guericke aus dem Jahr 1672 verdoppelte seinen Schätzpreis auf 15.500 €. Alexander von Humboldts 12 Botanik-Bände aus dem 'amerikanischen Reisewerk' blieben mit einem Ergebnis von 53.000 € etwas unter dem Schätzpreis.

Die übermalte Farbfotografie '23. Sept. 2009' von Gerhard Richter, versteigert für eine karitative Organisation, ging für 60.000 € ebenfalls ins Ausland (40.000 €). Gleich der erste und zweite Druckzustand auf Vorder- und Rückseite eines Blattes – das war einem Bieter für Ernst Ludwig Kirchners 'stehendem Mädchenakt mit verschränkten Armen' die Summe von 21.400 € wert (12.000 €).

Insgesamt war die Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein ein großer Erfolg. Der Gesamtumsatz übertrifft die Schätzpreissumme mit 110%.