Inhalt Katalog 158

In der Auktion „Moderne und zeitgenössische Graphik  - Moderne Bücher“ kommen in über 820 Katalognummern Werke von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst zum Aufruf.

Vertreten sind unter anderem die Künstler Max Liebermann, Käthe Kollwitz, Georges Braque, Ewald Mataré, Marc Chagall, Joan Miró, Pablo Picasso sowie Joseph Beuys, Salvador Dalí bis zu Günther Uecker, Otto Piene und Gerhard Richter.

Unter den zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Graphiken stechen Max Beckmanns Kaltnadelradierung Auferstehung von 1918 (Schätzpreis € 3000), Karl Schmidt-Rottluffs Holzschnitt Russischer Wald (€ 2500) aus dem gleichen Jahr und Otto Muellers Holzschnittpaar Knabe zwischen Blattpflanzen und Mädchen zwischen Blattpflanzen (€ 2500) hervor.

Von Erich Heckel kommt ein 1937 entstandenes Aquarell Phlox (€ 10.000) zum Aufruf, gefolgt von gleich 15 Druckgraphiken des Künstlers (von € 400 bis € 3000); darunter die Lithographie Gebirgstal von 1922 (€ 1000) und der Holzschnitt Madonna von Ostende (€ 3000).

Für die Farblithographie Petrus und der Hahn von Otto Dix werden € 2000 erwartet, ebenso wie für eine Arbeit in Wassertempera auf Karton von Christian Rohlfs, die einen Losverkäufer darstellt.

Eine Farblithographie von Joan Miró aus der Folge Le lézard aux plumes d’or soll € 3000,- erzielen. Der „Privatdruck“ der Farbserigraphie Moby Dick von Willi Baumeister ist mit € 4000 taxiert.

Von Eduardo Chillida können gleich acht Radierungen angeboten werden, darunter Abesti I von 1966,  Continuation II, ebenfalls 1966 entstanden sowie zwei Aquatintaradierungen aus Joan Brossas A peu pel llibre (jeweils € 2000).

Von Antoni Tàpies wird die 75 x 75 cm große Farbradierung mit Relief und Grattage Cobert de Roig mit einer Taxe von € 2500 angeboten.

Einen Höhepunkt der zeitgenössischen Graphik bilden drei Exemplare aus den Schweizer Alpen (von € 4000 bis € 6000) von Gerhard Richter, sowie Probedrucke der Schattenbilder I & II (jeweils € 2000) und ein Exemplar der Blattecke vom 19.2.2014 (€ 3000).

Unter den angebotenen Mappenwerken stellt der Kölner Kunstmarkt 70 mit einer Taxe von € 9000 ein weiteres Highlight dar. Das bekannte Portfolio umfasst 27 Graphiken, unter anderem von Sol LeWitt, Heinz Mack, Blinky Palermo, Otto Piene, S. Polke, Gerhard Richter und Cy Twombly. Eine ebenfalls interessante Kollektion von 15 Druckgraphiken mit Werken von Ernst Gomringer, Günther Uecker und Nam June Paik und anderen beinhaltet das Portfolio Staatliche Kunstakademie Düsseldorf (€ 2000) von 1986.

Zum Aufruf kommen daneben zahlreiche Mappenwerke mit Druckgraphiken einzelner Künstler, wie beispielsweise der Totentanz von Lovis Corinth mit 5 signierten Kaltnadelradierungen (€ 3000), das 10 Lithographien umfassende Portfolio La Mer est toujours présente von Le Corbusier (€ 2400) und Rupprecht Geigers Ein Weg zur Farbe – ein Weg zur Form (€ 2000) aus dem Jahr 1977.

Das Angebot der Druckgraphik wird um weitere Papierarbeiten ergänzt, darunter eine Tanzende in Aquarell von Marta Hegemann (€ 1500), eine Ölpinselzeichnung  auf Papier von Fritz Winter von 1964 (€ 5000), ein Aquarell Luftschlösser von Bernhard Schultze (€ 2200) und von Klaus Fußmann ein Stillleben in Öl (€ 3000) sowie ein großes Aquarell Garten mit Iris und Mohn (€ 2000).

Von Anton Räderscheidt werden ein Selbstbildnis des Künstlers sowie mehrere Stadtansichten von Düsseldorf und Köln, darunter eine Ansicht des Hauses Lempertz von 1955, in Gouache bzw. Öl mit Taxen von € 750 bis € 2500 aufgerufen.

Ida Kerkovius ist mit drei Werken in Farbkreide, Pastell bzw. Aquarell und Kreide (€ 1500 bis € 2000) und einem Paar nur in kleiner Auflage erschienener Glasfenster nach ihren Entwürfen vertreten (€ 2500). Ein weiteres Glasfenster wird mit der Komposition in Orange und Schwarz (€ 2000) mit Schwarzlotmalerei von Georg Meistermann aus dem Jahr 1975 offeriert.

Von Karl Fred Dahmen können eine Mischtechnik mit Collage auf Leinwand (€ 2000), ein Polsterbild im Objektkasten Tele-Landschaft (€ 1500) sowie weitere Papierarbeiten (von € 800 bis € 1500) angeboten werden.

Für ein Spiegelobjekt aus dem Jahr 1971 von Adolf Luther werden € 2000 erwartet; Heinz Macks Farbserigraphie Lichtnetz von 1969 ist ebenfalls mit € 2000 taxiert. Robert Rotar ist mit zwei Werken vertreten: Transit M 20° Radix von  1984, in Bleistift auf Leinwand ausgeführt (€ 2000) sowie eine Papierarbeit mit Bleistift, Federn, Siegellack und Stempeln (€ 1000).

Unter den Bronzen treten Jörg Immendorffs zweiteilige Arbeit Alter Ego - das andere ich (€ 3500), 2 Bronzen von Alfred Hrdlicka Striptease-Triste und Striptease II (je € 3000), eine Bronze mit dem Titel Fernblick von Fritz Koenig (€ 6000) sowie ein Schachspiel von Paul Wunderlich (€ 2000) hervor. Stephan Balkenhols unbetiteltes Auto (€ 1200) von 2011 ist in Antimon-Hartbleiguss ausgeführt.

Neben Bronzen und Kleinskulpturen kommen auch wieder zahlreiche Multiples und Objekte zum Aufruf, darunter Martin Kippenbergers Vom Erzeuger zum Verbraucher (€ 1500), eine in nur 34 Exemplaren erschienene Streichholzschachtel mit Gießharz, Jonathan Meeses collagierter und übermalter Styroporkopf Stirnband “Bruzzzelee“ Shingshangscheu (€ 900) sowie von Dieter Roth ein Exemplar der Schwarzen Rose (€ 1500) aus dem Jahr 1969.

 

Am Ende der Auktion werden in zwei Abteilungen moderne Bücher, Mappenwerke und Künstlerbücher des 20. Jahrhunderts ausgerufen. Von Max Ernst und Paul Eluard erschien in Paris im Jahr 1922 Les Malheurs des immortels. Diese nur in kleiner Auflage erschienene zweite gemeinsame Arbeit von Eluard und Ernst enthält Texte und Collagen, die während eines Aufenthaltes in Tirol entstanden sind. Bemerkenswert an dem jetzt zur Auktion kommenden Exemplar ist auch der Vorbesitz. Es handelt sich um ein Geschenk von Max Ernst für Walter Klug, den damaligen Direktor des Kölnischen Kunstvereins, der erstmals eine Ausstellung der Kölner Dada-Gruppe mit Max Ernst veranstaltet hatte.

Von größter Seltenheit ist ein weiteres Objekt, das mit Max Ernst und den Kölner Dadaisten in Zusammenhang steht: die schammade (dilettanten erhebt euch).  Das erste und einzige Heft dieser Zeitschrift ist 1920 im Kölner Schloemilch Verlag erschienen und wurde von J. Th. Baargeld und Max Ernst herausgegeben. Auf dem Deckel des Heftes ist ein Holzschnitt von H. Arp abgedruckt und daneben seine Collage Dadameter (€ 3000). Kurz nach Erscheinen dieses Heftes fand in einem Kölner Brauhaus die berühmte Ausstellung Dada-Vorfrühling statt. Diese Veranstaltung sorgte für einen Skandal und die Ausstellung wurde von der Polizei geschlossen. Kurze Zeit später löste sich die Kölner Dadagruppe auf.

Mit 12 farbigen Radierungen hat Georges Braque einen Text von Saint-John Perse illustriert. Das nur in 150 Exemplaren 1962 erschienene großformatige Werk ist mit € 7500  taxiert.

Von Marc Chagall wurden unter anderem die Fabeln von La Fontaine und die Bibel in umfangreichen Radierfolgen bebildert. Im Angebot ist die komplette Suite zu den Fabeln in 100 Radierungen auf Japanpapier, die in einer Auflage von nur 40 Exemplaren 1952 erschienen sind (€ 18.000). Von der mit Radierungen ausgestatteten Bibelausgabe aus dem Jahr 1956 ist ein umfangreiches Fragment vorhanden, das 68 der insgesamt 105 erschienenen Radierungen enthält (€ 10.000). Weiterhin gibt es von Chagall noch die in Lithographie erschienenen Bibelausgaben und die mit Originalgraphik ausgestatteten Bände des Werkverzeichnisses der Lithographien.

Auch nach 1945 hat Max Ernst einige außergewöhnliche Bücher gestaltet und mit Originalgraphik illustriert. Zusammen mit Antonin Artaud wurde 1955 Galapagos veröffentlicht. In der Auktion kann ein Exemplar der Vorzugsausgabe mit Probedrucken angeboten werden (€ 5000).  Das kuriose Werk von Lewis Carroll The hunting of the Snark kam Max Ernst wohl inhaltlich sehr entgegen. Die Ausgabe der Stuttgarter Manus Presse aus dem Jahr 1968  mit 22 Lithographien Max Ernst liegt in der Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen Suite mit 12 Lithographien auf Japanpapier vor (€ 3000). Weitere illustrierte Werke von Max Ernst runden das Angebot ab.

Die zweite Ausgabe des grundlegenden Werkes über den Kubismus von Albert Gleizes und Jean Metzinger aus dem Jahr 1947 enthält Originalgraphik von M. Duchamp, F. Picabia, P. Picasso u.a. (€ 3300). 

Es folgen dann illustrierte Werke von HAP Grieshaber, Gerhard Marcks, A. Masson, H. Matisse, J. Miró u.a.

Im Jahr 1966  erschien bei Louis Broder in Paris in kleiner Auflage von 50 arabisch nummerierten Exemplaren (insgesamt 80 Ex.)  eine Folge von 10 Aquatintaradierungen von Pablo Picasso Suite Sable mouvant.  Die separat veröffentlichte großformatige Folge zu Pierre Reverdys Text enthält alle von Picasso teils mit Kaltnadel und Schabkunst überarbeiteten Radierungen, einzeln nummeriert und signiert (€ 28.000). Danach folgt eine mit Radierungen und einer Farblithographie Picassos ausgestatte Ausgabe von Le Carmen des Carmen von Prosper Merimée und Louis Aragon (€ 5000). 

Insgesamt können in etwa 170 Katalognummern  wertvolle illustrierte Bücher des 20 Jahrhunderts angeboten werden, die zum größten Teil aus einer alten Kölner Privatsammlung stammen.

 
Picasso 1289 b s
Pablo Picasso
Suite sable mouvant. 1966

Folge von 10 Aquatintaradierungen.. Jew. sign. u. num. 20/50. (Separatsuite zu: Reverdy, Sable mouvant).