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Sammelband mit ripuar. Druck u. Handschriften. - Dye Passye vns heren Jesu Christi ... [Köln, Arndt od. Joh. von Aich] 1530 (unvollst.). - Vorgeb.: Kalender- u. Rosenkranz-Handschrift. Sammelband mit ripuar. Druck u. Handschriften. - Dye Passye vns heren Jesu Christi ... [Köln, Arndt od. Joh. von Aich] 1530 (unvollst.). - Vorgeb.: Kalender- u. Rosenkranz-Handschrift.
Los 32
Kategorie Alte Drucke bis 1600
Dye Passye vns heren Jesu Chrysti vyß den .iiij.||Euangeliste[n] / mit der glo=||sen der hylger Docto=||ren dair vp schri||uende.||Jtem hye by syndt||gedruckt die .x. ellendige noitge[n]||ge vnß here[n] Jhesu Christi/||als vns ouch die .iiij. Euã||geliste[n] beschryue[n]||AN. M. D. XXX. [Köln: Arnd od. Johann von Aich] 1530.
13,4 x 9,4 cm. (Fragment:) 59 Bll. (st. 64?). Lagen: A8, B8, C4, D4, E8, F4, G4, H8, I4, K4, L1-3. Der Text enthält die Passionsgeschichte bis auf wenige Zeilen fast vollständig und endet „Tzo der Completen tzyt“ mit „Do quã der Engel vnses Heren van de[m] hemel vñ warp den Steyn van de[m] graue. Dat ys doe ...“. Es fehlt der Text zu den im Titel angegebenen „x. ellendige noitgenge vnß heren Jhesu Christi“ sowie wahrscheinlich ein Kolophon. - Mit einer vierteiligen Hz.-Titeleinfassung (von Anton Woensam?), bestehend aus vier Leisten: In der oberen Querleiste links der schreibende Evangelist Johannes in einer Felsenlandschaft, rechts als sein Attribut der Adler; zwei schmale Leisten mit je einer Säule, links mit Maria, rechts mit dem verkündenden Engel (vgl. Merlo 422); die untere Querleiste mit zwei geflügelten Genien, ein Medaillon mit nach links gerichtetem Christus-Bildnis haltend. Im Text 1 florale Hz.-Initiale und 10 Holzschnitte zur Passion, darunter zwei kleine und 1 ganzs. mit Darstellung der Mater Dolorosa unter einem Säulenbogen. Titel und erste Hälfte des Textes rubriziert.
Vorgebunden: Lat. Kalendarium nach dem Brauch von Köln. Handschrift auf Papier. [Köln], Anfang des 16. Jhs. 9 Bll. (st. 10; ohne das 1. Bl. mit Monat Januar bis 2. Februar).
Drei Rosenkränze Mariens. Handschrift auf Papier, kölnisch-ripuarisch, um 1500. 24 Bll. Einspaltig zu 22 Zeilen in einer Bastarda von einer Hand in dunkelbrauner Tinte, Gebetsanweisungen in Rot, rubriziert. 3 eingemalte rote Lombarden zu Beginn der Abschnitte. Textspiegel ca. 10 x 6,5 cm. Enthält 3 Rosenkränze: (Fol. 1r-10v) De rosenkrensg[en] van paischauent ... O Du alre schoenste rose ... / (10v-18r) „Den tzweyde[n] rosenkrãß ... O Du edel stam[m]e du alre bedr[oeffde] moder ...“ / (18r-24v) „Den dyrde[n] rosenkrãß ... O wailruche[n]de alabaster ...“ - Endet Fol. 24v „...pyne[n] zo brechen mois v[n]d ersterue[n] mois. Amen“.
Mod. Pappband. Neu gebundene Teile eines ehemals umfangreicheren Sammelbandes. Eingebunden 4 Vorsatzblätter mit Notizen des 17. und 18. Jhs. sowie späterer Inhaltsangabe.

(Einige Bll. an den Rändern etwas restauriert. Leichte bis mäßige Gebrauchsspuren.)

(1) Ein kölnisch-ripuarischer Druck von allergrößter Seltenheit. In keiner Bibliothek nachweisbar. - Borchling/Claußen 1050 zitiert den Titel ungenau und schreibt den Druck Johann von Aich(?) zu („Verloren“). Als Quelle wird Norrenberg (Kölnisches Literaturleben im ersten Viertel des 16. Jhs., 1873) S. 4 angegeben, dort allerdings noch Peter Quentell zugeschrieben. Benzing (Die Drucke der Lupuspresse, in AGB 1, 1956) zitiert diesen Titel unter Nr. 39, darauf Beckers (Neues Gesamtverz. d. Lupuspressendrucke, 1985) unter Nr. 48 („nicht nachgewiesen“). Als erster gibt Wolfgang Schmitz (Die Überlieferung dt. Texte im Kölner Buchdruck d. 15. u. 16. Jhs. Habilitationsschr. Köln 1990, S. 49-51) einen Überblick über die erstmals 1505 in Köln erschienene Passionsgeschichte mit den Abhängigkeiten der verschiednen Drucke voneinander. Bei der sog. Lupuspresse in Köln des Druckers Arnd von Aich und seines Nachfolgers Johann von Aich erschienen in den Jahren 1526, 1530 und 1535 drei Ausgaben der „Passye“, von denen nur ein Exemplar der Ausgabe 1535 nachzuweisen ist.
(2) Das Kalendarium ist eindeutig Kölnischen Urprungs, worauf z.B die Feste Translatio Cassii (2. Mai), Agilofi (9.7.), Translatio trium regum (23.7.), Dedicatio ecclesie nostre (21.9.), Gereonis (10.10.), Euergisli (24.10.), Cuniberti (12.11.), Annonis (4.12.), Gregorii (22.12) hinweisen.
(3) Die Rosenkranzgebete dürften wohl in einem Kölner Frauenkloster entstanden sein, worauf einige weibliche Wortformen hindeuten, z.B. „arme sundersche“.
Schätzpreis € 1.000
Zuschlag € 1.400