Rekordpreise in der Frühjahrsauktion


Antiphonar Ein großformatiges Antiphonar aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts avancierte zum Star der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein. Die wichtigsten Sammler und Handschriftenhändler der Welt waren nach Köln gekommen, um das wohl im Umkreis des Florentiners Pacino di Bonaguida meisterhaft illuminierte Chorbuch zu besichtigen. Die parallel zu Vorbesichtigung in Maastricht stattfindende TEFAF verlockte viele Messebesucher zu dem Abstecher nach Köln.Insgesamt 16 Telefonbieter und anwesende Bieter kämpften um die Handschrift. Ein chilenischer Sammler trug den Sieg davon und erwarb das kostbare Manuskript zum Sensationspreis von 968.000 €.

Schon zu Beginn der Versteigerung gab es bei den Spitzenobjekten außerordentliche Steigerungen. Der elfbändige „Atlas maior“ von J. Blaeu aus dem 17. Jahrhundert, ein Objekt das seit vielen Jahren in keiner deutschen Auktion angeboten wurde, kostet den Erwerber 330.000 € (Schätzpreis 150.000 €). Das komplette Ansichtenwerk von G. Braun und F. Hogenberg in sechs Bänden erreichte 135.000 € (75.000).

Die umfangreiche Sammlung von Literatur der russischen Avantgarde aus einer österreichischen Privatsammlung konnte fast komplett, teils mit beachtlichen Steigerungen, zugeschlagen werden.

Am zweiten Auktionstag waren besonders die Arbeiten von Künstlern der ZERO-Gruppe gefragt. Bieter im Saal und am Telefon stritten sich um Arbeiten von A. Luther, H. Mack, O. Piene, K. Staudt, G. Uecker und H. Zangs. Daneben erzielten aber auch S. Dali, H.-P. Feldmann, E. Mataré, S. Polke und G. Richter hohe Zuschläge, oft weit über den Schätzpreisen.

Mit einem Gesamtumsatz über 2.500 000 €, was einer Steigerung von 140% gemessen an der Schätzpreissumme entspricht, und dem höchsten Zuschlagpreis der Firmengeschichte kann Venator & Hanstein stolz und zuversichtlich in die Zukunft blicken.

 
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Antiphonar.
Florenz, 1. Hälfte des 14. Jhs.

Ergebnis € 968.000